GIFs erstellen: So machst du aus einer Grafik eine Animation

Animierte GIFs sind sehr beliebt auf Social Media. Denn damit kannst du für Aufmerksamkeit sorgen. Und die ist essentiell, um im endlosen Datenstrom von Social Media aufzufallen.

Was liegt also näher, als deine eigenen GIFs zu erstellen? Damit kannst du genau deine Ideen ausdrücken und auf deine Inhalte aufmerksam machen.

Was ist ein GIF?

Das Graphics Interchange Format (GIF) kann sowohl Bilder als auch kurze Videos speichern. Das Format stammt aus dem Jahr 1984 und ist technisch gesehen schon etwas angestaubt.

Trotzdem erlebt es gerade seinen 2. Höhenflug aufgrund der einfachen Anbindung an zahlreiche Social Media Plattformen. Der Begriff GIF wird mittlerweile stellvertretend für kurze Videoclips verwendet.

Die Vorteile von GIF sind

  • kleiner Speicherverbrauch
  • Transparenz
  • Animationen.

Der geringe Speicherverbrauch kommt vor allem von der Farbindizierung. Jede Farbe, die im Bild vorkommt, bekommt einen Index. Statt dem tatsächlichen Farbwert wird nur der Index abgespeichert. Pro Bild sind maximal 256 Farben zugelassen. Dadurch ist die Dateigröße viel geringer als bei anderen Formaten. Allerdings leidet gerade bei Fotos die Qualität darunter.

Einzelne Pixel können transparent sein. Dadurch lassen sich Sticker erstellen, die eine andere Erscheinungsform als ein Rechteck haben. Ein Pixel kann allerdings nur transparent oder nicht transparent sein. Halbtransparente Flächen wie z.B. im PNG-Format sind bei GIF nicht möglich.

Videos in GIFs umwandeln

Du hast bereits ein kurzes Video, das du als GIF verwenden möchtest? Es ist allerdings in einem anderen Videoformat gespeichert wie z.B. MP4 oder MOV. Dafür gibt es zahlreiche Konverter im Netz: GIPHY, EZGIF oder Make a Gif.

Wenn du ein Youtube-Video in ein GIF umwandeln willst, ist gifs.com die richtige Seite für dich. Ersetze in der Youtube-URL einfach „youtube“ durch „gifs“.

Am schnellsten geht’s mit einem GIF-Maker

Zahlreiche Seiten bieten spezielle GIF-Maker an. Das sind einfache Online-Programme, mit denen du aus deinen Grafiken und Bildern schnell animierte GIFs erstellen kannst.

Bei GIPHY Create kannst du ein Bild hochladen. Für Sticker verwendest du entweder gleich ein Bild mit Transparenz oder legst den Ausschnitt direkt im GIF-Maker fest. Danach kannst du aus 8 vordefinierten Animationen wählen. Bouncy springt auf und ab, Zoomie macht das Bild kleiner und größer, etc.

Mit dem Gif-Maker in Giphy lassen sich einfach animierte Gifs erstellen. Dabei gibt es eine Auswahl an 8 verschiedenen Animationsarten.

Der Vorteil der GIF-Maker ist, dass du ohne Vorkenntnisse innerhalb von Minuten ein fertiges GIF hast.

Der Nachteil ist, dass nur vorgefertigte Animationen und wenig Individualität möglich sind.

Einfache GIFs kannst du auch mit Grafiksoftware erstellen

Animationen bestehen aus Einzelbildern (Frames), die schnell nacheinander gezeigt werden. Einfache GIFs kannst du daher auch mit einem Bildprogramm deiner Wahl erstellen.

Photoshop und Procreate bieten spezielle Animations-Modi an, bei denen mehrere Einzelbilder angezeigt werden. Bei Procreate werden die vorhergehenden und nachfolgenden Frames angezeigt, sodass du flüssige Bewegungen zeichnen kannst.

In Procreate hilft der Animationsassistent beim Erstellen von GIFs. In diesem Beispiel bei einem einfachen Walk Cycle.
Procreate zeigt mit dem Animationsassistenten mehrere Frames überlappend an.

Photoshop eignet sich sehr gut für Stop-Motion-Animationen. Dabei nimmst du mehrere Fotos auf und veränderst jedes Mal eine Kleinigkeit. Die einzelnen Fotos fügst du dann über die Zeitleiste zusammen. Das ergibt einen ganz eigenen Stil, der sehr gut für GIFs geeignet ist.

Einfache Animationen kannst du aber auch ohne speziellen Animationsmodus erstellen. Ein blinkendes Bild benötigt 2 Einzelbilder. Einfache Bewegungen sind mit wenigen Bildern möglich. Vor allem mit Text kannst du viele Animationen händisch erstellen.

Mehrere Einzelbilder einer Animation zeigen, was sich in jedem Schritt verändert.
Einzelbilder der Animation
Das Ergebnis der Animation aus Einzelbildern zeigt den Zusammenstoß einer Rakete mit einem Planeten.
Animiertes Gif, das aus den Einzelbildern erstellt wurde

Der Nachteil bei der Erstellung mit Bildprogrammen ist, dass die nachträgliche Bearbeitung fast unmöglich ist.

Hast du z.B. einen Text animiert und findest im Nachhinein einen Tippfehler, musst du diesen in jedem Einzelbild ausbessern. Da ist es oft schneller, nochmal ganz von vorne anzufangen.

Bildserien zu einem animierten GIF zusammenfügen

Nicht alle Bildprogramme können GIFs richtig speichern. Das Online-Programm Canva kann beispielsweise keine GIFs mit Transparenzen (also Sticker) exportieren. In diesem Fall kannst du das Online-Tool EZGIF verwenden.

  • Speichere zunächst deine Animation als Einzelbilder ab.
  • Verwende das PNG-Format, wenn du transparente Bereiche hast.
  • Lade die Bilder auf EZGIF hoch und erstelle ein GIF.
  • Wichtig ist, dass du bei „don’t stack frames“ ein Häkchen macht, damit jedes Bild einzeln dargestellt wird.
  • Anschließend kannst du das animierte GIF herunterladen.

Für ausgefallene Animationen benötigst du ein Animationsprogramm

In Animationsprogrammen musst du nicht mehr jedes Einzelbild extra festlegen. Stattdessen legst du nur wichtige Keyframes fest. Alle Bilder dazwischen werden automatisch vom Animationsprogramm berechnet.

In den Keyframes kannst du verschiedenste Parameter festgelegen. Beispielsweise kannst du die Position eines Elements bestimmen:

  • In Frame 10 positionierst du das Objekt an Position 100.
  • Und in Frame 20 an Position 200.
  • Mit linearer Interpolation errechnet die Software für den in der Mitte liegenden Frame 15 die Position 150.

Der riesige Vorteil ist nun, dass du die Bewegungen im Nachhinein bearbeiten kannst. Ist dir die Bewegung im vorhergehenden Beispiel zu schnell, ziehst du den zweiten Keyframe einfach an einen späteren Frame. Stimmt die Endposition nicht ganz, veränderst du einfach den Keyframe. Alle dazwischenliegenden Bilder werden automatisch neu berechnet.

Animationen sind nicht auf einen Parameter beschränkt. Beliebig viele Parameter lassen sich kombinieren. Einzelne Objekte können unabhängig voneinander bearbeitet werden. Dadurch kannst du sehr komplexe Animationen erstellen, ohne den Überblick zu verlieren.

User Interface von After Effects: Miti den Keyframes kannst du komplexe Animationen erstellen und als GIF exportieren.

After Effects ist ein Programm für professionelle Videoeffekte und Animationen. Damit lassen sich Filmaufnahmen nachbearbeiten und mit computergenerierten Bildern und Effekten verknüpfen. Mit den Vektor-Zeichenwerkzeugen kannst du auch direkt in After Effects Illustrationen erstellen und animieren.

After Effects ist für den Export von Filmdateien spezialisiert. Daher musst du auch hier zunächst eine Serie von Bildern exportieren und diese dann zu einem GIF zusammenstellen.

Welches Programm passt für mich?

In diesem Blogartikel habe ich dir verschiedene Programme vorgestellt, mit denen du animierte GIFs erstellen kannst. Die Bandbreite an Programmen ist sehr groß: Vom sehr einfachen GIF-Maker bis zum komplexen Animationsprogramm.

Die folgenden Fragen helfen dir dabei, die richtige Anwendung für dich zu finden:

  • Welche Animation wünsche ich mir? Genügt eine einfache Animation oder soll es etwas ausgefallenes sein?
  • Wie gut sind meine Computerfähigkeiten? Habe ich schon Erfahrung mit Grafik-, Video- oder Animationssoftware?
  • Will ich die Animation selber erstellen oder lieber an einen Profi auslagern?

Wenn du noch unsicher bist: Fange einfach mit dem einfachsten Programm an. Wenn du mit den Ergebnissen nicht zufrieden bist, versuche die nächste Schwierigkeitsstufe.

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