Die 7×7 besten Grafikprogramme für Einsteiger und Profis

Grafikprogramme – was genau meine ich damit? Mit einem Grafikprogramm erstellst du ein visuelles, digitales Produkt wie z.B. eine Grafik oder ein Bild. Du fängst entweder mit einem leeren Blatt an oder du hast schon ein Bild als Ausgangsbasis. In den meisten Fällen ist das Endergebnis eine Bilddatei (JPEG, PNG). Aber auch PDFs, Druckdateien oder Videoformate sind möglich.

Bei genauerer Betrachtung lässt sich der große Block „Grafikprogramme“ in verschiedene Kategorien einteilen. Je nachdem, welche Aufgabe du lösen möchtest, ist ein anderes Programm besser geeignet. Ein mehrseitiges E-Book zu erstellen erfordert eben andere Funktionen als in einem Foto störende Objekte zu entfernen.

Aber keine Angst, du brauchst deshalb nicht für jede Kategorie ein spezielles Programm kaufen. Einerseits gibt es viele kostenlose Programme, die für kleinere Aufgaben gut geeignet sind. Andererseits kannst du viele Programme auch für andere Aufgaben zweckentfremden.

Photoshop ist beispielsweise für die Bildbearbeitung optimal, aber nicht für das Layouting. Aber wenn du nun ein 5-seitiges Handout erstellen willst, schaffst du das auch in Photoshop. Das optimale Programm wäre zwar InDesign, aber Kosten und Einarbeitungszeit sind in diesem Fall nicht zu empfehlen.

Um dir einen besseren Überblick zu geben, habe ich die verschiedensten Grafikprogramme in 7 Kategorien eingeteilt. Zu jeder Kategorie stelle ich dir 7 Programme vor.

Bildbearbeitung

Bildbearbeitungsprogramme arbeiten hauptsächlich mit Rastergrafiken. Damit sind meistens Fotos gemeint. Es gibt Funktionen um das ganze Bild zu bearbeiten, z.B. Helligkeit und Kontrast. Zusätzlich kannst du das Bild manuell auf Pixelebene bearbeiten, z.B. Dinge ausschneiden. Auch einfache Mal-Werkzeuge sind meistens vorhanden.

Die kostenpflichtigen Programmen beinhalten auch sehr ausgefeilte Algorithmen um Bilder zu verbessern. Ein wichtiges Tool ist störende Elemente in einem Bild zu entfernen. Gute Algorithmen ersetzen das entfernte Objekt automatisch durch den passenden Hintergrund.

Vektorgrafiken

Vektorgrafiken speichern einzelne Elemente als geometrische Formen. Ein Kreis wird z.B. als Mittelpunkt und Radius gespeichert. Kompliziertere Formen werden meistens mit Bézier-Kurven dargestellt. Diese Kurven werden durch einzelne Punkte sowie den zugehörigen Tangenten bestimmt. Kanten- und Füllfarben oder Verläufe legen das Aussehen der Objekte fest.

Dadurch kannst du Vektorgrafiken beliebig vergrößern, ohne dass die Qualität schlechter wird. Programme für Vektorgrafiken sind optimal für Illustrationen wie z.B. Logos.

Screenshot des Grafikprogramms Affinity Designer
Mit dem Programm Affinity Designer kannst du Vektorgrafiken erstellen.

Layout

In Layout-Programmen fügst du mehrere Elemente zu einem Dokument zusammen. Die erstellten Dokumente reichen dabei von Social-Media-Grafiken bis zu ganzen Büchern. Genauso breit ist auch der Funktionsumfang der Programme. Während manche Programme sehr umfangreiche Funktionen anbieten, sind andere auf eine einfache Bedienung optimiert.

Vor allem die Online-Programme beinhalten auch eine große Menge an vorgefertigten Designs, Stock-Fotos und anderen Design-Elementen.

Screenshot des Grafikprogramms Canva
Canva ist eines der beliebtesten Grafikprogramme für Einsteiger. Im linken Bereich siehst du einige Designvorschläge, die von Canva zur Verfügung gestellt werden.

Zeichnen

Digitale Zeichenprogramme haben verschiedenste Pinsel- und Malwerkzeuge. Mit der richtigen Technik sind beeindruckende Ergebnisse möglich. Auch für Sketchnotes sind digitale Zeichenprogramme ideal. Ganz besonders eignen sich Tablets für digitale Zeichnungen. Speziell mit einem Stift sind die Bewegungen ähnlich zum analogen Zeichnen.

Videobearbeitung

Vor einigen Jahren hätte ich Video-Software wahrscheinlich noch nicht in die Liste der Grafikprogramme aufgenommen. Jedoch werden Videos besonders auf Social Media immer wichtiger. Einige andere Grafikprogramme, besonders im Layouting-Bereich, unterstützen auch Videos. Daher finde ich, dass auch Videoprogramme in diese Liste gehören.

Bei den klassischen Videoschnitt-Programmen kannst du die Original-Videos zuschneiden, in zeitlicher Reihenfolge anordnen und Überblendungen einstellen. Manche Programme sind auf die Videoaufnahme und Screen-Recording spezialisiert. Auch Programme zum Erstellen von Animationen und Spezialeffeken sind in dieser Liste zu finden.

Screenshot After Effects
In After Effects kannst du Animationen mit Vektorgrafiken erstellen, aber auch Videos mit Spezialeffekten versehen.

Spezielle Grafikprogramme für Smartphones

Für Smartphones gibt es eine ganze Reihe von Grafikprogrammen, die sich auf wenige, sehr spezielle Funktionen spezialisiert haben. In den meisten Fällen ist das Ziel, schöne Grafiken und Animationen für Social Media zu erstellen.

Es gibt unter anderem Apps für folgende Aufgaben: Bilder mit Spezialeffekten animieren, Bilder mit Überschriften und Texten versehen, Farbfilter auf Fotos anwenden, künstlerische Effekte auf Fotos anwenden.

Screenshot der mobilen Grafikprogramme mojo, Snapseed und Varnist
Mobile Grafikprogramme: mojo für Collagen und Text-Überschriften, Snapseed für Farbanpassungen, Varnist für künstlerische Effekte

3D Modellierung

Es gibt verschiedene Methoden um 3D-Modelle zu erstellen. Für organische Objekte wie z.B. menschliche Charaktere eignet sich das Sculpting gut. Das funktioniert ähnlich wie beim Töpfern: ausgehend von einer Kugel kannst du Vertiefungen und Erhöhungen beifügen und so eine neue Figur formen.

Von dem erstellten 3D-Modell kannst du ein Bild oder Video rendern. Dabei sind realistische oder künstlerische Darstellungen möglich. Außerdem kannst du 3D-Modelle für 3D-Spiele, AR- und VR-Anwendungen oder 3D-Druck einsetzen.

Screenshot des 3D-Programms Blender
User Interface von Blender mit Demo-Beispiel: Links oben ist das fertig gerenderte Bild, Rechts und unten sind zwei verschiedene Bearbeitungsansichten.

Fazit über die vorgestellten Grafikprogramme

In allen Bereichen der Grafik- und Bildbearbeitung gibt es verschiedenste Programme. Das macht die Auswahl natürlich schwer. Deshalb bekommst du hier noch ein paar Tipps zur Entscheidungsfindung.

Die Adobe-Produkte sind meistens die High-End-Produkte, welche auch von Profis verwendet werden. Das macht sich allerdings auch im Preis bemerkbar. Viele Produkten kannst du im monatlichen Abo buchen. Das ist sinnvoll, wenn du nur kurzzeitig eine spezielle Aufgabe damit lösen willst.

Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis haben die Affinity-Produkte. Vor allem, da sie eine Einmalzahlung statt einem Abo-Modell anbieten.

Komplett kostenlos sind verschiedenste Open-Source-Produkte. Diese haben gute Funktionen, aber sind oft nicht so vielfältig wie kommerzielle Produkte.

Auch die Freemium-Produkte sind in der Basisversion kostenlos. Allerdings haben sie natürlich zum Ziel, die Pro-Version zu verkaufen. Daher stoße ich bei den kostenlosen Versionen meist recht schnell an die Grenzen.

Welches Grafikprogramm nutzt du?

Welches der angegebenen Programme nutzt du? Oder verwendest du ein tolles Grafikprogramm, das in der Liste fehlt? Schreibe mir doch gerne einen Kommentar dazu.

* Für die Adobe-Produkte habe ich jeweils den Einzelpreis angegeben. Wenn du mehrere Produkte verwenden möchtest, ist womöglich die Creative Cloud um € 59,99 pro Monat günstiger. Außerdem gibt es auch ein spezielles Foto-Abo für Photoshop, Lightroom und Spark.

2 Kommentare

  1. Toller Artikel! Ich nutze bisher am liebsten Canva – aber hier bei dir habe ich einige Tools entdeckt, die ich mir mit Sicherheit auch mal noch anschauen werde – für mich als Scannerin ein toller Spielplatz zum kreativen Austoben. 🙂

    Herzliche Grüße
    Sandra Reekers
    (Expertin für Scannerpersönlichkeiten)

    • Liebe Sandra,

      Canva ist bestimmt eines der meistgenutzten Grafikprogramme. Die haben das Angebot auch ziemlich perfekt an Social Media und Solopreneure abgestimmt.
      Aber ich finde auch, zum kreativen Austoben gibt es noch ganz viele tolle Programme. Ich wünsche dir viel Spaß damit!

      Liebe Grüße
      Irene

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