Mit dem Target Tracker verknüpfst du reale und virtuelle Inhalte

Bei Instagram und Facebook Effekten denken wir meistens an Face Filter. Die Story-Filter bieten aber noch mehr Möglichkeiten im Bereich Augmented Reality wie z.B. den Target Tracker. Dieser eignet sich besonders, wenn du physische Produkte anbietest. Denn damit kannst du reale Objekte mit virtuellen Inhalten erweitern.

Wie funktioniert der Target Tracker?

Für den Target Tracker wird vorab ein Bild festgelegt. Sobald dieses Bild dann von der Kamera gesehen wird, kann der Effekt starten.

  • Ein 2D- oder 3D-Objekt wird relativ zu dem Bild angezeigt. Wenn das reale Bild bewegt wird, bewegt sich auch der virtuelle Inhalt mit.
  • Das Bild wird nur als Auslöser verwendet. Sobald es gefunden wurde, startet der eigentliche Effekt. Das Bild selbst ist dazu aber nicht mehr notwendig.

Am einfachsten geht die Erstellung eines Target Tracker Filters mit dem entsprechenden Template von Spark AR. Im Template ist schon ein vorgefertigtes User Interface dabei. Dieses zeigt den Benutzer:innen das gesuchte Bild solange an, bis es gefunden wurde.

Der Target Tracker ist ein eigenes Element in der Hierarchie. Alle Elemente, die sich innerhalb dieses Target Trackers befinden, werden relativ zum Bild angezeigt.

Spark AR Editor mit einem Target Tracker.
Der Spark AR Editor zeigt das Bild für den Target Tracker (hier Donald Duck) semitransparent an.

Meine Tests mit dem Target Tracker

Zur Veranschaulichung zeige ich dir hier zwei Beispiel-Filter mit dem Target Tracker.

Der erste Filter verwendet ein Motiv von einer Tasse. Hier ist wichtig, dass das Motiv komplett von einer Seite sichtbar ist. Sobald das Bild erkannt wird, erscheinen ein 3D-Text und ein Donald-Duck-Modell aus der 3D-Datenbank.

Beispiel-Filter mit dem Target Tracker

Den zweiten Filter kannst du selbst ausprobieren, denn er verwendet ein allgemein zugängliches Bild. Zunächst lädst du über den Button „Add Media“ ein Bild von dir selbst hoch. Danach suchst du mit der Kamera das Gemälde Das Mädchen mit dem Perlenohrring von Jan Vermeer. Sobald das Bild gefunden wurde, wird es nach und nach durch dein eigenes Bild ersetzt.

Beispiel-Filter „Vermeer Replace“

Was ist noch zu beachten?

Wie immer bei Social Media Filtern ist es wichtig, dass der Effekt gut in eine Story passt. Nur wenn Menschen den Effekt wirklich veröffentlichen, bekommst du einen Werbeeffekt. Viele typische Augmented Reality Anwendungen, die eher der Wissensvermittlung dienen, passen eher nicht für Instagram Filter.

Außerdem ist die kurze Aufnahmezeit zu beachten. Eine Story dauert nur 15 Sekunden. In dieser Zeit sollte der Effekt fertig abgespielt sein.

Speziell beim Target Tracker ist noch wichtig, die Benutzer:innen auf das gesuchte Bild hinzuweisen. Wenn sie den Filter öffnen, wissen sie evt. nicht welches Bild vom Target Tracker benötigt wird. Daher ist es am Besten, das gesuchte Bild solange anzuzeigen, bis es in der Realität gefunden wurde.

Beispiele für den Target Tracker

Einige Firmen haben den Target Tracker schon für Werbekampagnen verwendet. Bei manchen Beispielen habe ich den Effekt verlinkt. Du kannst ihn dir dann in der Vorschau ansehen. Den Effekt tatsächlich auszuprobieren ist meistens schwierig, da die Original-Bilder nicht einfach verfügbar sind.

Bilder, Poster & Zeitschriften

Bilder passen perfekt für den Target Tracker. Das Bild kann z.B. ein Gemälde oder Poster sein oder in einer Zeitschrift abgedruckt sein.

Der Filter Matisse AR Deconstruction ist eine künstlerische Anwendung. Zunächst wird eine exakte Kopie des Gemäldes angezeigt. Danach fliegen die Einzelteile des Gemäldes in alle Richtungen und das Gemälde selbst wird von einer weißen Leinwand überdeckt.

Verpackungen

Verpackungen haben den Vorteil, dass sie meistens ebene Flächen haben. Daher passen sie perfekt für den Target Tracker.

Starbucks erstellte zu Weihnachten den Holiyay-Filter. Dieser erkannte die speziellen Weihnachts-Kaffeebecher und verwandelte die Szene in eine Winterlandschaft.

Beim Filter von Pizza Hut werden die Comic-Zeichnungen auf der Verpackung lebendig. Zusätzlich erscheinen Sprechblasen zu den Figuren. Auch der Pizza-Lieferant Domino’s Singapore verwendet die Verpackung für einen Instagram-Filter. Hierbei ist das Bild aber nur der Start-Trigger, der einen Neon-Bildeffekt auslöst.

Produkte

Ähnlich wie bei Verpackungen kann der Target Tracker auch direkt mit einem Produkt verwendet werden. Wichtig ist nur, dass es eine halbwegs ebene Fläche gibt.

Der skandinavische Modehändler Carlings verkauft T-Shirts, die bis auf ein kleines Logo komplett weiß sind. Mit dem zugehörigen Instagram-Filter werden verschiedenste Botschaften eingeblendet.

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Vor- und Nachteile des Target Trackers

Filter mit dem Target Tracker funktionieren nur mit dem zugehörigen physischen Bild. Das ist natürlich ein großer Nachteil, wenn jemand dieses Bild nicht zur Verfügung hat. Dann kann diese Person diesen Filter nicht ausprobieren.

Du solltest dir also gut überlegen, dass das physische Bild für deine Kund:innen gut zugänglich ist. In den Anfangszeiten von Augmented Reality war es noch üblich, dass man ein Bild ausdrucken musste. Das ist auf keinen Fall zu empfehlen, denn diese Hürde werden die wenigsten Menschen nehmen.

Dass der Filter nur mit einem physischen Produkt funktioniert, kann natürlich auch ein Vorteil sein. Im besten Fall ist der Instagram Filter ein zusätzlicher Kaufanreiz für ein Produkt, weil die Menschen den Filter ausprobieren wollen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass das Produkt auf jeden Fall im Bild zu sehen ist. Wenn Kund:innen den Filter in ihrer Story verwenden, präsentieren sie automatisch das Bild vom Target Tracker.

Fazit

Der Target Tracker kann für dich sinnvoll sein, wenn du physische Produkte herstellst. Das können Bücher, Tassen, T-Shirts, uvm. sein.

Wie bei allen Filtern ist es wichtig, dass die Benutzer:innen etwas von der Verwendung haben. Das kann z.B. eine witzige Idee, ein Mini-Spiel oder eine schöne Bildbearbeitung sein.

Damit bringst du deine Kund:innen dazu, deinen Filter auszuprobieren und in einer Story zu veröffentlichen. Damit machen sie automatisch Werbung für dein Produkt.

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