Videos für Social Media: 9 wirkungsvolle Zeit-Effekte

Videos sind allgegenwärtig. Youtube ist die zweitgrößte Suchmaschine nach Google. Und so gut wie alle Social Media Plattformen unterstützen Videos: Facebook, Instagram, Pinterest, TikTok, etc. Einige Plattformen pushen Videobeiträge sogar, denn damit bleiben Menschen offenbar länger auf der Plattform aktiv.

Gleichzeitig ist die Erstellung von Videos so einfach wie noch nie. Mit dem Handy ist nicht nur das Rohmaterial schnell aufgenommen. Auch für die Bearbeitung von Videos gibt es zahlreiche Apps.

Gerade bei kurzen Videos für Social Media sind Effekte sehr angesagt. Mit dem richtigen Effekt verwandelt sich auch ein einfaches Video in einen Eyecatcher.

In diesem Artikel stelle ich dir die wichtigsten Effekte vor, mit denen du Zeit und Abspielgeschwindigkeit eines Videos bearbeiten kannst.

Wie bei allen Spezialeffekten gilt auch hier: Nicht übertreiben und nur gezielt einsetzen. Die Effekte sind nur dann wirkungsvoll, wenn sie zum Inhalt des Videos passen.

Boomerang

Ein Boomerang fliegt wieder zum Werfer zurück. Genauso verhält es sich bei dem gleichnamigen Video-Effekt. Zunächst wird der Clip normal abgespielt. Danach wird er im Rückwärtsgang zur Startposition abgespielt. Dieses Vor-und-Zurück kann dann ewig so weitergehen.

Boomerang-Videos sind auch bei animierten Gifs beliebt. Diese haben nur eine kurze Abspielzeit, werden aber unendlich wiederholt.

Achte auf die richtige Interpolation der Abspielzeit, wenn du ein Boomerang-Video erstellst. Einfach nur rückwärts abspielen wirkt abgehackt.

Küchenszene mit Schwenk und Zoom auf Teetasse. Das Video zeigt das Bearbeiten mit dem Effekt Boomerang.
Boomerang ist ein beliebter Effekt für Videos auf Social Media: es geht vor und zurück. Original-Video von Anna Pou von Pexels

Rewind

Bei einem Rewind wird das Video einfach rückwärts abgespielt. Bei vielen Videos sieht das zunächst einfach mal lustig aus: Menschen gehen rückwärts, springen vom See wieder auf den Steg, usw. Ich erinnere mich, bei den Filmabenden in meiner Kindheit waren das die Highlights.

Im Gegensatz zum Boomerang Video, sollte der Rewind-Effekt gezielt eingesetzt werden. Ein Klassiker ist das Auffangen von unmöglich zu fangenden Dingen. Tatsächlich werden die Dinge bei der Aufnahme geworfen und das Video im Rewind abgespielt.

Um den Effekt zu verstärken, kannst du bei der Aufnahme schon darauf achten, dass es im Rewind realistisch aussehen wird. Also zum Beispiel rückwärts gehen, damit es dann wie eine normale Bewegung aussieht.

Slow Motion

Bei Slow Motion wird ein Video in langsamerer Geschwindigkeit, also in Zeitlupe, abgespielt. Ein cooler Effekt ist, wenn du die Slow Motion nur auf einen kleinen Bereich deines Videos anwendest. Das restliche Video zeigst du in normaler Geschwindigkeit. Dadurch hebst du den Abschnitt in Slow Motion besonders hervor.

Für ein richtiges Slow Motion ist eine Hochgeschwindigkeitskamera notwendig. Diese gibt es auch auf einigen Smartphones. Die Kamera nimmt das Video in höherer Bildfrequenz, also mit mehr Bildern pro Sekunde auf. Wird das Video dann mit der normalen Anzahl von Bildern pro Sekunde abgespielt, verlangsamt sich das Video entsprechend.

Moderne Video-Software kann mittlerweile schon sehr gut Zwischenbilder generieren. Damit kannst du auch normale Videos mit einem Slow-Motion-Effekt bearbeiten. Voraussetzung ist allerdings, dass die Bewegungen nicht zu komplex sind.

Kaffee wird aufgegossen. Das Video wurde an der Stelle des Eingießens mit einem Slow Motion Effekt bearbeitet.
Slow Motion. Original-Video von Cup of Couple von Pexels

Freeze Frame

Eine extreme Variante des Slow-Motion ist das Einfrieren eines einzelnen Frames. Das kann der Höhepunkt einer Sequenz sein, z.B. die höchste Stelle bei einem Snowboard-Sprung. Um diesen Höhepunkt hervorzuheben, wird für kurze Zeit ein Standbild angezeigt.

Eine gute Methode ist auch, Freeze Frames passend zur Musik zu schneiden.

Kaffee wird aufgegossen. Das Video wurde an der Stelle des Eingießens mit einem Frame Freeze Effekt bearbeitet.
Frame Freeze. Original-Video von Cup of Couple von Pexels

Fast Motion

Fast Motion ist das Gegenteil von Slow Motion. Das Video wird mit schnellerer Geschwindigkeit abgespielt. Die Zeit scheint also schneller zu vergehen.

Wenn die Beschleunigung relativ gering ist, sieht das aus wie die Fast-Forward-Funktion beim Abspielen eines Videos. Mit Fast Motion kannst du zeigen, dass eine Tätigkeit länger dauert. Die Zuseher:innen sehen, dass hier viel passiert. Sie langweilen sich aber nicht durch lange Sequenzen.

Video von Eva Elijas von Pexels

Timelapse

Timelapse ist eine spezielle Form von Zeitraffer. Die Aufnahme geht üblicherweise über einen sehr langen Zeitraum, von wenigen Stunden bis zu mehreren Monaten oder sogar Jahren.

Mit der extremen Beschleunigung werden Bewegungen und Muster sichtbar, die mit normaler Geschwindigkeit nicht merkbar sind. Typische Beispiele sind Aufnahmen vom Straßenverkehr, von Wetter- und Wolkenveränderungen, die Dokumentation von Baustellen oder das Aufblühen von Blumen.

Für ein Timelapse werden zunächst Einzelbilder mit einer Fotokamera auf einem Stativ aufgenommen. Die Aufnahme mit einer Videokamera würde gerade bei Langzeitaufnahmen ohne Notwendigkeit die Speicherkapazitäten strapazieren. Außerdem gibt es bei Einzelbildern bessere Möglichkeiten bzgl. Auflösung und Belichtungsdauer.

Hyperlapse

Ein Hyperlapse ist ein dynamischer Zeitraffer. Das Video wird also genauso wie beim Timelapse in schneller Geschwindigkeit abgespielt. Im Gegensatz zu einem Timelapse bewegt sich beim Hyperlapse auch die Kamera.

Professionelle Videograph*innen können Hyperlapses über erstaunlich große Distanzen erstellen. Hier siehst du ein beeindruckendes Hyperlapse von Geoff Tompkinson:

Vimeo

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Stop Motion

Technisch gesehen funktioniert Stop Motion genau gleich wie eine Timelapse. Einzelne Bilder werden aufgenommen und zu einem Video zusammengefügt.

Bei einem Timelapse wird allerdings ein natürlicher Vorgang dokumentiert. Bei Stop Motion dagegen werden die einzelnen Bilder gezielt arrangiert. Das Ergebnis ist damit komplett anders.

Mit Stop Motion simulierst du eine Bewegung, die in der Realität nicht möglich ist. Beispielsweise können Spielfiguren herumgehen („Lego Stop Motion“ liefert auf Google mehr als 9 Mio. Video-Ergebnisse). Die Bewegung ist bei vielen Filmen nicht ganz flüssig. Das ergibt dann bewusst einen ganz eigenen Stil.

Video von Life Lapse von Pexels

Cinemagraph

Ein Cinemagraph ist ein Standbild, bei dem sich ein kleiner Teil im Bild bewegt. Es ist also kein richtiges Bild, aber auch kein ganzer Film. Jede Szene kann in ein Cinemagraph verwandelt werden. Weit verbreitete Beispiele sind:

  • Im Meer sind Wellen zu sehen
  • Am Himmel bewegen sich Wolken
  • Haare bzw. Kleidung bewegen sich durch den Wind
  • Kleine Bewegungen von Personen
  • Zusätzliche Elemente wie z.B. Schneeflocken

Für manche dieser Beispiele gibt es spezielle Apps. Vor allem für Himmel und Meer werden dann Bewegungen in ein Standbild eingefügt.

Spezielle Bewegungen müssen manuell bearbeitet werden. Dazu nimmst du ein Video auf, das schon sehr stark dem endgültigen Cinemagraph entspricht. Das bedeutet, du bewegst dich bereits so wenig wie möglich um dem Standbild zu entsprechen. In der Bearbeitung stellst du dann den bewegten Bereich frei und wählst ein Standbild für den restlichen Arbeitsbereich.

Dieses Cinemagraph erstellte ich mit Photoshop. Das Original-Video stammt von Miriam Alonso von Pexels

Sind Effekte für Videos auf Social Media sinnvoll?

Viele Effekte, die ich hier vorgestellt habe, sind gar nicht so schwer zu erstellen. Trotzdem kannst du coole Ergebnisse erzielen, wenn du Videos mit diesen Effekten bearbeitest.

Wie bei allen Formaten sind auch hier die Inhalte wichtig. Aber gerade für Videos auf Social Media schadet es nicht, mit einem besonderen Effekt für etwas Aufmerksamkeit zu sorgen. Dabei muss das Video nicht lang sein. Im Gegenteil, kurze und prägnante Videos funktionieren meistens besser.

Jetzt bin ich neugierig: Welchen der vorgestellten Effekte würdest du gerne für deine Videos auf Social Media verwenden?

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