Planen & analysieren

Mit Virtual Reality die Wohnung einrichten

16. November 2020

Bei Virtual Reality denken viele zunächst an 3D-Spiele. Allerdings ist die Technologie auch für viele „ernsthafte“ Anwendungen geeignet. In diesem Artikel beschreibe ich, wie du mit Virtual Reality die neue Inneneinrichtung planen kann.

Warum Virtual Reality?

Möbel in Originalgröße – das ist der große Vorteil, wenn du mit Virtual Reality die Wohnung einrichtest.

Wenn man eine geplante Einrichtung mit Virtual Reality betrachtet, sieht man alles genau in der richtigen Größe. Steht alles zu eng beieinander, so dass man fast nicht durchkommt? Sieht das kleine Sofa total verloren aus in dem großen Raum? Wirkt die Raumhöhe zu niedrig? Diese Fragen sind schwer zu beantworten, wenn man nur einen zwei-dimensionalen Plan hat. Selbst mit einem 3D-Programm auf dem Computerbildschirm lässt sich die Wirkung eines Raums nur schwer vorhersagen.

Mit einem Virtual Reality Headset taucht man richtig in den geplanten Wohnraum ein. Man kann herumgehen und den Raum aus allen Richtungen betrachten. Aus verschiedenen Sichtachsen kann man überprüfen, wie einzelne Möbel, Wandfarben und Böden zusammenpassen.

Der zukünftige Wohnraum wird mit Virtual Reality über das ganze Sichtfeld dargestellt. Keine anderen visuellen Eindrücke lenken von der Planung ab. Dadurch bekommt man einen viel besseren Eindruck vom Look & Feel des geplanten Raumes, als wenn man ihn auf einem kleinen Bildschirm ansieht.

Wie du eine vorhandene Einrichtung umplanen kannst, habe ich im Artikel Virtuelle Einrichtungsplanung mit 3D Scans beschrieben.

Planung

Die Planung von Inneneinrichtung benötigt mehr als nur die Präsentation eines Designs. Zunächst benötigt man den Grundriss des Raumes. Dieser ist üblicherweise schon vorgegeben, kann aber unter Umständen auch angepasst werden. Für Wände und Böden sind unterschiedliche Materialien möglich. Einzelne Möbel können platziert und verschoben werden. Das ganze funktioniert natürlich iterativ: man passt die einzelnen Bereiche so lange an bis man mit dem Endergebnis zufrieden ist.

  • Grundriss definieren
  • Möbel platzieren
  • Materialien, Farben und andere Eigenschaften festlegen

Die interaktive Planung in Virtual Reality funktioniert im Prinzip ähnlich wie bei herkömmlichen 2D- oder 3D-Einrichtungsplanern. Man kann Objekte platzieren und Eigenschaften ändern. Das hat den Vorteil, dass man zwischen verschiedenen Ansichten wechseln kann. Zum Beispiel beginnt man die Planung zunächst in 2D, überprüft die Auswahl in 3D und macht zum Schluss den Feinschliff in Virtual Reality.

Was ist für die Planung in VR nötig? 3D-Modelle und interaktive Einstellungen.

3D Modelle sind für alle Möbel notwendig, die man in Virtual Reality darstellen möchte. Die 3D-Modelle können von vorhandenen CAD-Modellen übernommen werden. Meistens ist es notwendig, die Datengröße zu verkleinern indem man die Genauigkeit etwas verringert und unsichtbare, innere Details entfernt. Um bestimmte Eigenschaften der 3D-Modelle verändern zu können, müssen diese parametrisiert werden. Gibt es ein Sofa zum Beispiel in drei verschiedenen Mustern, müssen sowohl die Muster als auch die Möglichkeit der Materialänderung im System vorhanden sein.

Bedienbarkeit

Für die Palette an Werkzeugen muss man je nach Zielgruppe die richtige Balance finden: Einerseits möglichst viele Dinge anpassen zu können und andererseits eine intuitive und einfache Bedienbarkeit zu ermöglichen. Professionelle Designer benötigen üblicherweise mehr Einstellungsmöglichkeiten, während für private Anwender die Bedienbarkeit wichtig ist.

Ein Beispiel für eine sehr einfache Bedienbarkeit ist der Virtual Reality Showroom von Ikea. In diesem Programm ist die Platzierung der Objekte fix vorgegeben. Die Benutzer können nur die Farben der angezeigten Möbel über eine Blicksteuerung (gaze control) ändern.

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Ikea Virtual Reality Showroom: In der fertigen Planung können Farben der Modelle modifiziert werden.

Objekte bearbeiten

Handcontroller sind unverzichtbar um mit Virtual Reality die Wohnung einzurichten

Für die Bearbeitung der Einrichtungsplanung sind Hand-Controller unverzichtbar. Diese erlauben eine Vielzahl an Interaktionen und ihre Position im Raum wird exakt vermessen. In Zukunft wird auch die direkte Verwendung der Hände möglich sein, aber aktuell reicht die Qualität des Hand-Trackings noch nicht aus.

Bei Virtual Reality gibt es verschiedenste Konzepte, wie Benutzereingaben in virtuelle Handlungen verwandelt werden. Als Beispiel führe ich hier nur zwei wichtige Konzepte an:

Locomotion bedeutet, dass man sich in der virtuellen Welt an eine andere Position bringt, ohne sich in der echten Welt zu bewegen. Man kann also einen komplett neuen Standpunkt auswählen um die Szene aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

Grabbing bedeutet, dass man Objekte aufnehmen kann. Wenn man nah genug an einem Objekt ist und den richtigen Schalter am Controller drückt, wird das virtuelle Objekt in die Hand genommen. Man kann es dann frei im virtuellen Raum bewegen, bis man es wieder ablegt indem man den Schalter loslässt.

Zusammenarbeit

Die meisten Virtual Reality Headsets unterstützen Multiplayer-Anwendungen. Das bedeutet, zwei oder mehr Benutzer*innen befinden sich im gleichen virtuellen Raum (in der echten Welt können sie an unterschiedlichen Orten sein). Für Planungen hat das den Vorteil, dass man den aktuellen Stand gemeinsam diskutieren und bewerten kann.

Allerdings ist die Entwicklung und Wartung einer Multiplayer-Anwendung um einiges aufwendiger. Daher muss man hier Nutzen und Aufwand gut gegeneinander abwägen.

Hardware

Virtual Reality Headset: Oculus Quest 2

Die Einrichtung in Originalgröße zu sehen, funktioniert nur mit spezieller Virtual Reality Hardware. Am besten eignen sich dazu Virtual Reality Headsets, da sie einfach zu installieren sind und man sich frei in der virtuellen Welt bewegen kann. Das derzeit günstigste Headset, die Oculus Quest 2, kostet € 349. Das Produkt richtet sich in erster Linie an Gamer, welche 3D-Spiele in Virtual Reality ausführen möchten.

Eine andere Möglichkeit sind Installationen mit Projektoren, wie zum Beispiel das Cave-System. Diese sind allerdings aufwändig zu installieren und benötigen einen fixen Platz. Smartphones kann man mithilfe eines Virtual-Reality-Gehäuses von Google Cardboard in ein einfaches Virtual Reality Headset verwandeln. Allerdings sind diese für die Planung nicht geeignet, da es kein 6DoF-Tracking und keine Hand-Controller gibt.

Präsentation für Kunden

Die wenigsten Konsumenten besitzen selbst ein Virtual Reality Headset. Dadurch ist die Bereitstellung von VR-Inhalten nicht so einfach wie bei Augmented Reality Anwendungen, welche auf normalen Smartphones laufen. Um den Kunden trotzdem Virtual Reality anzubieten, gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Gerät wird vom Unternehmen bereitgestellt
  • Virtual-Reality-Gehäuse für das Smartphone

Die VR-Gehäuse von Google Cardboard sind zwar nicht für die Planung geeignet. Für die reine Präsentation von Einrichtungsplanungen sind sie aber sinnvoll, sofern ein echtes Virtual Reality Headset nicht verfügbar ist.

Software

Applikationen zur Einrichtungsplanung in Virtual Reality können sehr unterschiedlich sein. Je nach Produkten und Zielgruppen sind andere Inhalte sinnvoll. Virtual Reality kann zur Gestaltung maßangefertigter Möbel oder zur Platzierung aus einer großen Anzahl an Möbelstücken verwendet werden. Bei der Planung können alle Details definiert werden oder nur einzelne konfigurierbare Eigenschaften.

Unabhängig von den individuellen Projektzielen sind die folgenden Punkte wichtig für die Einrichtungsplanung in Virtual Reality:

  • Auswahl des Virtual Reality Headsets
  • Import der vorhandenen 3D-Modelle
  • Veränderbare Eigenschaften – Position, Farbe, Größe, 3D-Modelle
  • Benutzerinteraktion
  • Export der fertigen Planung

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